BRK Haus für Kinder „Dschungelbande“ startet Pilotprojekt in Solnhofen

Veröffentlicht am 02.02.2018
Bürgermeister Manfred Schneider überreichte Kita-Leiterin Stefanie Dietrich-Wägemann die Förderplakette, die an der Kita angebracht wird
Gemeinsam gelingt Integration leichter: Das wurde auch deutlich, als einheimische Solnhofener und Familien mit Fluchthintergrund Hand in Hand einen Tanz in der Sola-Halle aufführten.

„Meine Welt ist Deine Welt – Wir leben Integration“, steht auf dem Schild, das bald am Eingang des „BRK Haus für Kinder Dschungelbande“ angebracht wird. Die Kindertagesstätte ist eine von insgesamt nur 30 in ganz Bayern, die den Zuschlag für das Förderprojekt erhalten hat. Erklärtes Ziel ist es, Integration für beide Seiten leichter zu machen – für die alteingesessenen Solnhofener und für die neuen Familien mit Fluchthintergrund.

Deren Kinder sind bereits bestens integriert in der „Dschungelbande“ und singen das afrikanische Begrüßungslied „Salibonani“ genauso begeistert mit wie das Schlusslied „Ich bin ich“, die von der eigens für die Auftaktveranstaltung gegründeten Band gespielt wurden. Am Akkordeon griff Bürgermeister Manfred Schneider selbst beherzt in die Tasten. Dem Solnhofener Rathauschef ist das Projekt eine Herzensangelegenheit, schließlich gibt es in seiner Gemeinde derzeit 95 Asylbewerber. Schneider dankte allen, die das Projekt aufs Gleis gestellt haben. Das Konzept von „Meine Welt ist Deine Welt“ habe am Ende auch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Integration überzeugt, dass das Projekt mit einer fünfstelligen Summe fördert.

Ein Angebot für alle
„Mit dem Projekt schaffen wir ein Angebot für Familien aus Solnhofen und für Familien mit Migrationshintergrund, das Integration alltagstauglich und erlebbar machen soll“, erklärte Stefanie Dietrich-Wägemann, die Leiterin der BRK-Dschungelbande. „Meine Welt ist Deine Welt“ solle aber kein reines „Dschungelbande-Projekt“ sein, sondern alle Bürgerinnen und Bürger miteinbeziehen. „Denn Integration ist keine Einbahnstraße“, betonte Stefanie Dietrich-Wägemann. Dass sich eine Kindertagesstätte perfekt eignet, um Neubürgern und Migranten das Ankommen zu erleichtern, liegt auf der Hand: Wer jeden Tag seine Kinder in der Kita abgibt, kommt auch in Kontakt mit Alteingesessenen und lernt deren Lebenswelt und Bräuche kennen. Und die Kinder lernen von Anfang an: „Wir können trotz unterschiedlichster Herkunft und Kultur friedlich miteinander leben.“ Dietrich-Wägemann würde sich wünschen, dass es mit den Fördergeldern gelingt, „ein Leuchtfeuer zu entzünden und das, was bei uns selbstverständlich ist, auch nach Außen getragen werden kann“.

Projekt lebt vom Mitmachen
Der Kontakt zwischen den Solnhofener Bürgern und den Migranten soll durch Themenabende, Gesprächskreise, Mitmachtheater, gemeinsamen Wanderungen oder einer Krabbelgruppe von Anfang an intensiviert und verbessert werden. Weil das Projekt vor allem vom Mitmachen lebt, so die Kita-Leiterin, sei alles verhandel- und veränderbar. Andrea Lehmann, die beim BRK Südfranken für Marketing und Fundraising zuständig ist, betonte ebenfalls, dass das Projekt nur dann gelingen könne, wenn sich beide Seiten engagieren: „Seien Sie also mutig und kommen Sie, das ist Ihre Chance.“ Die Kinder, die ohne Vorbehalte aufeinander zugehen, könnten hier Vorbilder für die Erwachsenen sein.

Hermine Brenauer von der Landesgeschäftsstelle des BRK stellte heraus, wie selten und wichtig das Projekt sei, weil die Familien mit Fluchthintergrund durch die Kitas erstmalig in Kontakt zu Einheimischen kommen. Und auch Ellen Glöckler vom Helferkreis Asyl, der Flüchtlinge in Solnhofen und Pappenheim betreut, beglückwünschte die Gemeinde Solnhofen zu dem vielversprechenden Förderprojekt.

Das Integration in Solnhofen gelingen kann, zeigte sich beim anschließenden Fest, bei dem gemeinsam gegessen, getanzt und gesungen wurde. Zum Beispiel auch das Lied „Ich bin ich“, in dem es in der ersten Strophe heißt: „Ich bin ich und so wie ich bin, so ist es gut – es hat einen Sinn. Denn wenn ich anders wär’, dann wär’ ich sicher nicht, sicher nicht – einfach ich.“

Text / Fotos: Weißenburger Tagblatt – Markus Steiner (Ausgabe vom 24.01.2018)

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